Große Poren – eine Ungerechtigkeit der Natur?

Du blickst in den Spiegel und bemerkst statt einem zufriedenen Lächeln nur unschöne Poren. Dabei haben die anderen doch so makellose, porenfreie Haut… An dieser Stelle solltest du deine Selbstkritik ein wenig herunterfahren, denn ohne Beauty-Filter haben alle, wirklich alle Menschen Poren. Je nach Veranlagung und Lebensstil können sie zwar tatsächlich unterschiedlich groß sein und das Hautbild, besonders in der T-Zone (Stirn, Nase und Wangen) uneben erscheinen lassen, aber das heißt nicht, dass man der Strahlehaut nicht auf die Sprünge helfen kann. Damit auch du wieder zufrieden in den Spiegel blickst, wollen wir heute mit ein paar Vorurteilen rund um das Thema große Poren aufräumen und dir ein paar Tipps geben, wie man seine Poren von unnötigem Ballast befreien kann.

 

Was sind Poren und brauchen wir sie wirklich?

Unsere Haut ist übersäht von Poren. Bis auf die Handflächen und Fußsohlen finden sie sich überall auf unserer Haut. Allein im Gesicht haben wir rund 300.000 Poren. Und das ist tatsächlich auch gut so! Denn Poren sind essentieller Bestandteil für den hauteigenen Stoffwechsel und Schutzfilm der Haut. Die kleinen Helfer schützen unsere Haut vor äußeren Einflüssen und halten sie geschmeidig. Aber wir machen sie das? Poren sind kleine Öffnungen in der menschlichen Haut. Jede Pore ist mit einer Talgdrüse verbunden. Diese Drüsen produzieren Talg (Sebum), welcher durch kleine Kanäle über die Poren an Haut abgesondert wird. Der Talg ist eine ölige, wachsartige Substanz, die unsere Haut beschichtet, befeuchtet und schützt. Denn der Talg überzieht die Haut mit einer dünnen Fettschicht und schützt sie nicht nur vor dem Austrocknen, sondern auch auch vor Krankheitserregern, Bakterien und Umweltschmutz. Wenn davon jedoch zu viel produziert wird, beispielsweise bei fettiger Haut oder zyklusbedingt, verstopfen die Poren und es bilden sich Mitesser, aus denen bei Entzündung Pickel und andere (entzündliche) Hautunreinheiten entstehen.

 

Warum sind meine Poren so groß, wobei andere so feine haben?

Du betrachtest deine Haut und fragst dich warum man deine Poren so deutlich sieht. Dabei haben andere doch viel kleinere Poren und feinere Haut. Eine Ungerechtigkeit der Natur! Leider ist das gar nicht mal falsch, denn die Hautbeschaffenheit ist genetisch bedingt. Und damit auch die Größe der Poren. Gene und Hormone entscheiden nicht nur über unseren Körperbau sondern auch über die Beschaffenheit unserer Haut. Von fettiger, über normaler und trockener Haut bis hin zur Mischhaut ist alles dabei. Und einige Hauttypen neigen zu größeren Poren, besonders fettige Haut. Denn die Drüsen dieses Hauttypens produzieren mehr Talg, welcher sich zusammen mit Hautschuppen und Schmutz in den Ausgängen der Talgdrüse ansammeln kann. Als Folge verstopft die Pore und weitet sich. Allerdings hat neben den Genen und Hormonen auch der Lebensstil großen Einfluss auf die Beschaffenheit der Haut. Rauchen, Schlafmangel, Alkohol und zu viel UV-Strahlung wirken sich negativ aus. Das gemeine daran – die Folgen zeigen sich meist erst Jahre später. Aber auch die Ernährung, beispielsweise Milchprodukte, Stress und zu fetthaltige Pflegeprodukte können zu vergrößerten Poren beitragen. Und dann tut auch noch die natürliche Hautalterung ihr Übriges. Denn Bestandteile des Bindegewebes, wie beispielsweise das  Kollagen, werden im Laufe der Zeit weniger produziert. Die Haut wird im Alter schlaffer und die Poren größer.

 

Können sich große Poren von alleine wieder schließen?

Die schlechte Nachricht vorweg: Ist die Pore erst einmal erweitert, kann sie sich nicht von allein wieder zusammen ziehen. Dass sich Poren selbstständig öffnen und schließen ist ein Mythos. Häufig lesen wir, dass warmes Wasser die Poren öffnet und diese Wirkstoffe dann besser aufnehmen können. Das ist so leider nicht ganz richtig, denn Poren haben keinen Muskel, mit dem sie durch An- und Entspannung ihre Größe ändern können. Tatsächlich werden durch Wärme nicht die Poren erweitert, sondern die Blutgefäße. Hierdurch schwillt die Haut minimal an und die Poren erscheinen größer. Richtig ist jedoch, dass warmes Wasser dabei hilft, dass der Talg, der sich in Poren angesammelt hat, aufgeweicht wird und sich so leichter mit einem (milden) Reiniger entfernen lässt. Die Frage ist also, wie sich die Poren wieder verkleinern lassen, wenn sie es selbst nicht können. Die gute Nachricht: die richtige Reinigung und Pflege kann die Poren wieder kleiner erscheinen lassen und einer weiteren Vergrößerung vorbeugen.

 

Was hilft bei großen Poren?

Am wichtigsten ist es, die Haut jeden Abend und bei fettiger Haut auch morgens gründlich zu reinigen und niemals mit Make-up schlafen zu gehen. Egal wie lang die Nacht war, abschminken ist ein Muss, damit sich Make-up und der Schmutz des Tages nicht in den Poren ablagert. Im Zweifelsfall ist selbst ein Reinigungstuch, mit dem man schnell das Gröbste entfernt, besser als nichts. Anschließend empfiehlt sich die Verwendung eines nicht austrocknendes Gesichtswasser. In vielen Gesichtswassern ist Alkohol enthalten, der die Haut austrocknet, was allerdings kontraproduktiv ist. Denn dies sorgt dafür, dass die Talgdrüsen noch mehr Talg produzieren, um die Haut vor Austrocknung zu schützen. Bei der Reinigung sind also auch bei unreiner und fettiger Haut milde Mittel die bessere Wahl. Die anschließende Pflege sollte ebenfalls auf den Hauttyp abgestimmt sein. Zu viel Fett in der Pflege kann Poren weiter verstopfen. Aber dabei ist Fett nicht gleich Fett. Die Komedogenität eines Fettes oder Öls gibt Aufschluss darüber, wie sehr dieses die Bildung von Mitessern fördert. Nicht komedogene Öle sind zum Beispiel Arganöl, welches für alle Hauttypen geeignet ist und Hanföl, welches besonders für unreine und fettige Haut verträglich ist. Bei spröder, trockener oder entzündeter Haut ist Sheabutter ein wahrer Segen. Auf Fette wie Mangobutter und Bienenwachs solltest du bei Unreinheiten zumindest im Gesicht besser verzichten. Darüber Hinaus gibt es ein Reihe von Beauty-Helfern, die Unreinheiten den Kampf ansagen und die Haut wieder ins Gleichgewicht bringen. Bei unreiner Haut empfehlt sich besonders eine regelmäßige Reinigung mit BHA, welches die Poren effektiv von Talg und Schmutz befreit und abgestorbene Hautschuppen löst. Vitamin E wirkt antioxidativ und entzündungshemmend, wodurch Unreinheiten besser abheilen und diesen vorgebeugt wird. Eine Maske aus Aktivkohle kann durch ihre besondere Beschaffenheit die Poren effektiv reinigen und dazu beitragen, dass diese wieder kleiner erscheinen. Aber egal, was du verwendest, eine regelmäßige und abgestimmte Pflege-Routine ist das A und O für eine schöne Haut. Und nicht zu vergessen – Schönheit kommt von Innen. Durch die richtige Ernährung, aber auch durch die Einnahme von Kollagen, welches das Bindegewebe der Haut unterstützt, kannst du das Strahlen deiner Haut zurück bringen.

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