BHA – das Wundermittel für unreine Haut?

Im Winter wird die Haut schon mal zum Sensibelchen. Kalte Temperaturen und trockene Heizungsluft setzen der Hautbarriere zu und wir reagieren mit Rötungen und sogar Schüppchen. Gehaltvolle Cremes gegen die Trockenheit lagern sich in den Poren ab und unsere Haut strahlt nicht wie im Sommer. Da liegt die Idee, die Haut mal wieder gründlich zu peelen, nahe. Doch mechanische Peelings, die körnige Substanzen enthalten, sind abrasiv (abtragend) und reizen trockene, empfindliche Haut. Chemische Peelings sind in der Regel sanfter zu Haut und helfen nicht nur bei schuppender, sondern auch bei unreiner Haut. Ein beliebter Wirkstoff ist BHA. Was es mit diesem auf sich hat, wollen wir dir näher bringen.

Was ist BHA?

Die Abkürzung BHA steht für Beta-Hydroxysäure, die auch als Salicylsäure bezeichnet wird. BHA wird als chemisches Peeling verwendet, da diese Säure tote Hautzellen abträgt. BHA ist öllöslich, sodass sie tiefer in die Poren eindringen kann, wo sie Bakterien abtötet und entzündungshemmend wirkt. Daher ist BHA besonders wirksam bei Menschen mit fettiger oder zu Akne neigender Haut, da sie effektiv Entzündungen reduziert und vorbeugend gegen zukünftige Akneausbrüche wirkt.

BHA kommt natürlicherweise in einer Vielzahl an Pflanzen vor, in denen sie eine wichtige Rolle bei abiotischem Stress wie Trockenheit, Hitze und Kälte spielt und die Pflanze vor Krankheitserregern, wie Bakterien und Pilze, schützt. Im 19. Jahrhundert wurde sie erstmals aus der Weidenrinde extrahiert. Heute wird sie synthetisch gewonnen und ist ein bedeutsamer, schmerzstillender und entzündungshemmender Arzneistoff.

Vorteile für die Haut

1. Löst Verhornungen und abgestorbene Hautzellen

Abgestorbene Hautzellen sind völlig normal. Am Tag verliert der Mensch im Durchschnitt bis zu eine Million abgestorbener Hautzellen. Doch im Gesicht sehen die feinen Schuppen nicht nur unschön aus, sie sind auch im wahrsten Sinne des Wortes ein gefundenes Fressen für Milben. Diese Kleinstlebewesen tummeln sich zu Tausenden in unseren Poren und in der Regel führen wir mit ihnen eine symbiotische, vermutlich für uns nicht schädliche, Beziehung. Doch kann ein Überbestand gewisser Arten auch Hautausschläge, Juckreiz und Rötungen verursachen. BHA ist in der Lage abgestorbene Hautschuppen in der obersten Hautschicht (der Hornschicht) zu lösen und so zum einen den Bestand an Milben in Schach zu halten und zum anderen auch Pigmentflecken, Pickelmale und Aknenarben zu mildern.

2. Bekämpft Unreinheiten und wirkt entzündungshemmend

BHA ist lipohil, das heißt sie ist in Öl löslich und hat fettlösende Eigenschaften. Hierdurch kann sie tief in die Poren und Haarfollikel eindringen und diese von Talg und Schmutz befreien. So hilft sie nicht nur gegen Mitesser jeglicher Art sondern verkleinert, bei regelmäßiger Anwendung, auch die Poren. Aufgrund ihrer antibakterieller und entzündungshemmender Wirkung ist BHA besonders zur Behandlung von Akne vulgaris geeignet, da die Häufigkeit und Schwere der Ausbrüche reduziert wird und Pickel schneller abheilen.

3. Straffere Haut

Durch BHA wird auch der Hauterneuerungsprozess unterstützt und die Durchblutung, Zellerneuerung und Kollagenproduktion angeregt. So kann BHA helfen, kleine Falten zu reduzieren und die Haut rosiger, straffer und praller erscheinen zu lassen. Bei Milien, den kleinen weißen Zysten, die sich an den Talgdrüsenausgängen bilden und auch als Hautgrieß bekannt sind, kann BHA ebenfalls Abhilfe schaffen. So hat BHA nicht nur einen Anti-Aging-Effekt sondern sorgt auch für einen tollen Glow.

Worauf muss bei BHA geachtet werden?

BHA kann bei manchen Menschen einen austrocknenden Effekt haben, sodass eine anschließende Pflege mit ausreichend Feuchtigkeit unerlässlich ist. Zudem sollte die Haut nach einer Behandlung mit BHA mit einem für das Gesicht geeigneten Sonnenschutz vor UV-Strahlung geschützt werden, da sonst Rötungen und Sonnenbrand die Folge sein können. Auf die Schleimhäute und Augen wirkt BHA, wie jede Säure, reizend. Bei der Gesichtsbehandlung sind der Augen- und Mundbereich daher auszusparen. Der Satz viel hilft viel gilt bei chemischen Peelings nicht und man sollte nicht gleich mit der stärksten Dosierung anfangen, die es zu kaufen gibt. Bei BHA empfiehlt sich ein sanfter Einstieg mit max. einer Behandlung pro Woche, die bei guter Verträglichkeit auf zwei Behandlungen die Woche ausgeweitet werden kann. Außerdem braucht man ein wenig Geduld, denn Behandlungen mit BHA benötigen im Schnitt vier Wochen Zeit, bevor die Ergebnisse deutlich sichtbar werden.

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